Es gilt das gesprochene Wort.
Sehr geehrte Damen und Herren,
als der Benediktpreis von Mönchengladbach vor 12 Jahren nach einer „Ruhepause“ wieder ins Leben gerufen wurde, war die Welt eine völlig andere als heutzutage, ich komme gleich darauf zurück.
Sehr herzlich begrüße ich unsere diesjärige Preisträgerin Frau Prof. Nicola Leibinger-Kammüller, die von Ihrem Ehemann Dr. Mathias Kammüller begleitet wird. Wir freuen uns sehr über die Anwesenheit von Herrn Dr. Alexander Erdland, der die Laudatio halten wird. Bitte heißen Sie willkommen den Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach, Herrn Felix Heinrichs, das Mitglied des Landtages Jochen Klenner und die Bürgermeisterin Yolanda Hoogtanders aus Roermond.
Vor 12 Jahren war die Welt weitgehend friedlich, unser Land hatte Energie in Form von Strom zu noch vertretbaren und Gas zu niedrigen Preisen in beliebiger Menge, die Wirtschaft florierte und Deutschland sollte, so äußerte sich unsere damalige Bundeskanzlerin, alles schaffen.
So waren Jean-Claude Junker, Königin, Silvia von Schweden und die Journalistin Dunja Hayali passende Preisträger, schien die Welt doch noch im Lot.
Nachdem im Jahr 2020 coronabedingt die Preisverleihung ausgefallen war, hatte die Welt ab 2022 mit dem Beginn des Ukraine – Kriegs und einer Präsidentenwahl in den USA begonnen, sich auf den Kopf zu stellen. Der Antisemitismus wuchs, was lag näher, als Günther Demnig den Benediktpreis zu verleihen, als Erinnerung an den Holocaust und gleichzeitig als dringende Mahnung, auf der Hut zu sein. Das müssen wir angesichts des Wahlergebnisses in Sachsen-Anhalt auch bleiben.
Und als vor zwei Jahren, an dieser Stelle, Joachim Gauck in einer beeindruckenden Rede vor Russland als Kriegstreiber warnte, war dies eine sehr mutige Botschaft, dass die Ukraine Unterstützung braucht, wollen wir christliche und abendländische Werte nicht nur predigen, sondern auch leben!
Der heilige Benedikt von Nursia, dessen Namen unser Preis trägt, predigte nicht nur ora et labora, sondern formulierte in diesem Sinne, dass es an der Zeit sei, aufzustehen und sich zu erheben.
Genau dafür stehen Sie, liebe Frau Professor Leibinger-Kammüller, denn sie führen ihr Unternehmen gemeinsam mit dem Vorstand, in dem Ihr Ehemann Chief Digital Officer ist, mit 17.000 Mitarbeitern und Umsätzen von über 4 Mrd. EURO mit tiefchristlichem, humanem Unternehmergeist. Sie haben sich vor dem Hintergrund der veränderten geopolitischen Lage zur Übernahme von Verantwortung entschieden und werden defensive Laserwaffen zur Drohnenabwehr produzieren. Darüber hinaus prüfen Sie Möglichkeiten zur Produktion von Lasern für Fusionskraftwerke, eine mögliche Schlüsseltechnologie für die Energieversorgung der Zukunft.
Nach dem Studium der Germanistik, Anglistik und Japanologie haben Sie ihren Erfolgsweg bei Trumpf in Japan begonnen und stehen damit für die japanische Disziplin, die völlige Hingabe an die Sache, das Streben, etwas nicht nur gut, sondern perfekt zu machen. Dazu sind Rücksichtnahme, Respekt und ein Gruppendenken erforderlich, zudem Demut und eine Fokussierung auf das Wesentliche.
Wer also könnte heute, in 2026, in dieser Welt, die vielerorts auf dem Kopf steht, geeigneter sein als Sie, diesen Preis zu erhalten? Deutschland ist um Unternehmerpersönlichkeiten wie Sie zu beneiden und zu bewundern. Dieser Grad an sozialer und gesellschaftlicher Verantwortungsübernahme findet auf der Welt nicht oft ihresgleichen und macht Sie zu einer würdigen Trägerin des Benediktpreises.
Lassen Sie uns heute gemeinsam feiern – nicht nur Ihre Verdienste, sondern auch das, wofür dieser Preis steht: die verbindende Kraft des Dialogs, den Mut zur Verständigung und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft für Europa und die Welt.
Ich danke Ihnen allen, dass Sie diesen besonderen Moment mit uns teilen.