„Wissen, dass er mehr helfen als herrschen soll“

2018-04-03T16:20:45+02:00 10. April 2014|

Auszeichnung: Ehemaliger luxemburgischer Premierminister Jean-Claude Juncker ist Träger des Benediktpreises 2014

Jean-Claude Juncker ist Träger des Benediktpreises 2014. Die Auszeichnung wird Persönlichkeiten verliehen, deren wertorientiertes Handeln herausragt. Eine eindrucksvolle Laudatio auf den langjährigen luxemburgischen Premierminister und bewährten Moderator europäischer Konfliktherde hielt der Präsident des Unternehmerverbands Handwerk NRW, Andreas Ehlert. Der „bewährte Preisträger“ Juncker, dessen ausgleichende Art und Überzeugungsgabe unter anderem bereits mit dem Europäischen Handwerkspreis und dem Cicero-Rednerpreis gewürdigt worden seien, „gehört im besten Sinne des Wortes zum Urgestein der europäischen Integration“, der bereits den Maastricht-Vertrag, die Währungsunion und die Osterweiterung der EU mit ausgehandelt und durchgesetzt habe, betonte Ehlert. Dem Chef und Krisenmanager der Euro-Gruppe sei zu verdanken, „dass uns die Währungsunion nicht längst um die Ohren geflogen ist.“ Ebenso hoch zu gewichten sei Junckers leidenschaftliches Eintreten für eine „soziale Ordnungspolitik“.

„Die Währungsunion müsse zu einer Stabilitätsunion werden“, fügte der Vorsitzende der Landesvereinigung der Fachverbände des NRW-Handwerks an. „Bessere Regulierung“ für Europa sei gefragt. Im Sinne Benedikts bedeute dies, einander Raum zu geben, voneinander zu lernen. „Der eingesetzte Abt wisse, dass er mehr helfen als herrschen soll“, zitierte Ehlert eine Ordensregel des heiligen Namensstifters der Auszeichnung. „Europa ist ein Friedensprojekt“, rief Jean-Claude Juncker den Gästen im „Haus der Erholung“ in Mönchengladbach zu. „Die Bedrohungen an den Außengrenzen zeigen, wie fragil die Europäische Union ist. Wir dürfen nicht in Kleinstaaterei verfallen, sondern müssen radikal an der europäischen Integration arbeiten“, so der Spitzenkandidat der Europäischen Volksparteien für die Wahlen zum EU-Parlament und Bewerber um das Amt des EU-Kommissionspräsidenten.

Quelle: Westdeutsche Zeitung, 10. April 2014